Erste Hälfte des 20sten Jahrhunderts

1905 - Jacques E. Brandenberger
Der Schweizer Chemiker Jacques E. Brandenberger erfindet das Cellophan. Im Jahre 1908 meldet Brandenberger sein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Cellophan-Folie aus Viskose zum Patent an.

1910 - Leo Hendrik Baekeland
Leo H. Baekeland und die Rütgers AG gründen gemeinsam die Bakelite GmbH bei Berlin. Dort starten sie mit der ersten industriellen Produktion von vollsynthetischem Kunststoff, dem Phenolharz.

1912 - Fritz Klatte
Fritz Klatte klärt die 1838 zufällig von Victor Regnault (siehe oben) entdeckte Polymerisation von Vinylchlorid (PVC) auf. Zusammen mit E. Zacharias schafft er die Grundlage für die technische Herstellung von Vinylchlorid aus Acetylen und Chlorwasserstoff. 1913 wird Klatte das erste Patent für die Polymerisation von Vinylchlorid erteilt. Die industrielle Herstellung von PVC begann dann 1938 in Bitterfeld.

1926 - Hermann Staudinger
Hermann Staudinger begründet die makromolekulare Chemie. Staudingers Idee, dass Kunststoffe aus großen Molekülen bestehen, die aus zahlreichen kleinen Molekülen zusammengesetzt sind (Theorie der Makromoleküle), stieß auf heftiges Unverständnis. Letztlich wurde erst durch die Experimente von W.H. Carothers (siehe unten) die Theorie der Makromoleküle bewiesen.
Staudingers Forschungsergebnisse wurden daher erst nach Jahrzehnten anerkannt. 1953 erhält Staudinger dann sogar den Nobelpreis für Chemie.

1926 - Eckert & Ziegler GmbH
1926 bringt die Eckert & Ziegler GmbH aus Weißenburg in Bayern die erste industriell hergestellte Spritzgießmaschine auf den Markt.

1928 - Otto Röhm
Otto Röhm entwickelt bei Versuchen im Labor seiner Firma Röhm & Haas künstliches Glas aus synthetisiertem Methylmetaacrylat (PMMA). Seit 1933 vertreibt er die so gewonnenen transparenten Platten unter dem Markennamen PLEXIGLAS®.

1930 - IG-Farben
Die Weiterentwicklung der Hochdrucktechnik erleichtert der IG-Farben die Herstellung unterschiedlicher synthetischer Stoffe. So gelingt bei der ehemaligen BASF in Ludwigshafen unter anderem die Polymerisation von Styrol (PS) sowie die Herstellung von synthetischem Kautschuk (NBR), BUNA® genannt.

1935 - Wallace H. Carothers
Bei DuPont de Nemours in den USA entwickelt Wallace H. Carothers den Werkstoff Polyamid 6.6 (PA 6.6) oder auch NYLON genannt. 1938 nimmt DuPont die Fabrikation von Nylon auf und fertigt Textifasern unter anderem für die so genannten Nylonstrümpfe.

1937 - Otto Bayer
In den Labors der IG-Farben in Leverkusen widmen sich Otto Bayer und seine Mitarbeiter der Kautschukchemie und entwickeln die Polyaddition mittels Diisocyanaten zu Polyurethan (PUR).

1937 - Paul Schlack
Paul Schlack entwickelt in den Labors IG-Farben auf der Suche nach widerstandsfähigen Textilfasern das Polyamid 6 (PA 6) durch Polymerisation des e-Caprolactam. Dieser Werkstoff wird unter dem Markennamen PERLON® weltbekannt.

1938 - Roy J. Plunkett
Roy J. Plunkett entdeckt in den Labors von DuPont bei Experimenten mit Kältemitteln die Polymerisation von Tetrafluorethylen (PTFE). DuPont vermarktet dieses Produkt ab den vierziger Jahren unter dem Namen TEFLON®.

 

1939 - 1945

Der zweite Weltkrieg begünstigt die Weiterentwicklung der Kunststoffe. Viele Entwicklungen werden in den beteilligten Ländern als kriegswichtig oder sogar geheim eingestuft. Vor allem im Flugzeugbau kommen verschiedene Kunststoffe, wie z.B. Acrylglas für Kanzelverglasungen, zum Einsatz.

Der Krieg führt auch zur Zerschlagung der mächtigen IG-Farben!  

1946 - Louis Stott
Dem Amerikaner Louis Stott gelingt es als erstem, Polyamid 6.6 industriell zu Halbzeug zu extrudieren. Zur Vermarktung seiner Produkte gründet er die POLYMER Corporation.

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